untersuchte Stellen und Organismen

Untersuchungsgebiet

Schussen
In Bad Schussenried (577 m über NN) entspringt die Schussen und mündet nach 62 km bei Eriskirch (395 m über NN) in den Bodensee. Sie gehört mit zu den zehn größten Zuflüssen des Bodensees. Aufgrund der relativ dichten Siedlungsfläche und den hohen Einwohnerzahlen (200.000 EW) im Einzugsgebiet wurde der Flussverlauf stark morphologisch verändert. Die beiden größten Kläranlagen, die in die Schussen einleiten, sind die Kläranlage Langwiese bei Ravensburg (Abwasserzweckverband Mariatal) und die Kläranlage Eriskrich (Abwasserverband Unteres Schussental). Unterhalb der Kläranlage Langwiese (Nähe Lochbrücke) befindet sich die Probestelle, an der die Freilandproben entnommen werden. In Gunzenhaus (Nähe Lochbrücke) befindet sich die Bypass-Anlage, in der Bachforellen gehalten werden sollen.

Argen
Die Obere Argen entsteht nordwestlich von Oberstaufen (Landkreis Oberallgäu) und durch den Zusammenfluss des Börlasbach und des Sixnerbachs entsteht bei Missen die Untere Argen. Die Vereinigte Argen entsteht durch den Zusammenfluss der Oberen und der Unteren Argen und mündet bei Langenargen in den Bodensee. Die Argen ist ein naturnaher Fluss, der nur an wenigen Teilstrecken und die letzten 6 km vor der Mündung morphologische Veränderung aufweist. Neun kommunale Kläranlagen entwässern in das Argensystem, die größte ist die Kläranlage Wangen mit 67.300 Einwohnergleichwerten.

200 m unterhalb des Zusammenflusses, oberhalb der Kläranlage Pflegelberg, befindet sich die zweite Bypass-Anlage, in der ebenfalls Bachforellen gehalten werden sollen. Die Probestelle zur Entnahme der Freilandproben befindet sich stromaufwärts bei Oberau an der Oberen Argen.

Probestellen, Kartendaten (c) OpenStreetMap und Mitwirkende, Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/.

Probestellen (bitte anklicken für vergrößerte Darstellung), Kartendaten (c) OpenStreetMap und Mitwirkende, Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/.

Untersuchungsobjekte

Freiland

Fischarten

Schneider (Alburnoides bipunctatus)

Als rheophile Art bevorzugt der Schneider klare, schnell fließende Gewässer mit hohem Sauerstoffgehalt und reagiert empfindlich auf Verschlechterungen der Wassergüte. Schneider sind Schwarmfische und ernähren sich von wirbellosen Bodentieren und Anflugnahrung.

Döbel (Leuciscus cephalus)

Der Döbel kommt in der unteren Forellenregion bis hin zur Barbenregion stark strömender Bäche und Flüsse vor. Er ist oberflächenorientiert und eine rheophile Art. Seine Nahrung besteht aus Fischen, Fischlaich, Amphibien und Krebsen. Der Döbel ist eine euryöke Art, sehr widerstandsfähig und zeigt eine gute Anpassung an hohe Nähr- und Schadstoffbelastungen.

Gammarus pulex mit Kratzer (Acanthocephala) parasitiert. Foto: Jonas Geburzi

Flohkrebsarten

Für eine umfangreiche Beurteilung des Gewässerzustandes ist es unerlässlich, neben Vertebraten auch Invertebraten zu betrachten. Da Gammaridenpopulationen oft enorme Individuenzahlen erreichen, bilden sie vor allem für Fische eine bedeutende Nahrungsquelle. Untersucht werden zwei Vertreter der Gattung Gammarus: Gammarus pulex und Gammarus roeseli.

 

Bachforelleneier im Augenpunktstadium

Halbfreiland

In Bypass-Anlagen werden adulte Bachforellen (Salmo trutta fario) und Bachforelleneier in Aquarien gehalten, die kontinuierlich von Bachwasser durchflos sen werden. Die Bachforelle ist eine heimische Fischart. Da sie sehr sensibel auf verschiedenste Umwelteinflüsse reagiert, eignet sie sich hervorragend als Biomonitoring-Organismus.

 

Adulter Zebrabärbling (Danio rerio)

Labor

Der Zebrabärbling (Danio rerio) ist ein etablierter Testorgnismus. Er stammt aus Südostasien und ist auf Grund seiner geringen Anforderungen einfach im Labor zu hältern. Verschiedene Tests mit ihm ermöglichen es, schnell und einfach Schadstoffeinflüsse in der Umwelt abschätzen zu können. Etabliert ist der standardisierte Embryotest DarT.

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